Induktive Verbraucher wie Motoren, Transformatoren und Leuchtstofflampen erzeugen Blindstrom, der die Leitung belastet, aber keine nutzbare Arbeit verrichtet. Eine Blindleistungskompensation verbessert den Leistungsfaktor cos φ und spart bares Geld.
Warum Blindleistung kompensieren?
- Kosteneinsparung: Energieversorger berechnen Blindstrom-Zuschläge ab cos φ < 0,9
- Geringerer Strom: Weniger Scheinleistung = dünnere Kabel möglich
- Bessere Spannungsqualität: Weniger Spannungsabfall in der Anlage
- Mehr Kapazität: Trafo und Leitungen werden entlastet
Schritt für Schritt: Kompensation berechnen
- Wirkleistung eingeben: Gesamte Wirkleistung der Anlage in kW
- Aktuellen cos φ eingeben: Typisch 0,6–0,8 bei unkompensierten Anlagen
- Ziel-cos φ festlegen: Empfohlen 0,95 (Standardziel der EVUs)
- Ergebnis ablesen: Benötigte Kompensationsleistung in kvar und Kondensatorgröße in µF
Praxisbeispiel: Industriebetrieb
Eine Produktionshalle mit 100 kW Wirkleistung und cos φ = 0,7: Die benötigte Kompensation beträgt 67,5 kvar. Der Strom sinkt von 206 A auf 152 A – eine Ersparnis von 26%. Das entlastet Trafo, Kabel und spart Blindstrom-Zuschläge.
- Einzelkompensation oder Zentralkompensation?
- Einzelkompensation direkt am Motor ist ideal, aber teuer. Zentralkompensation am Hauptverteiler ist günstiger und für die meisten Betriebe ausreichend.
- Kann man auch überkompensieren?
- Ja, bei cos φ > 1 (kapazitiv) entstehen unerwünschte Resonanzen. Der Ziel-cos φ sollte daher bei 0,95–0,98 liegen, nicht bei 1,0.