Kryogene Gase werden flüssig geliefert, aber gasförmig verbraucht – und zwischen beiden Welten liegt ein Faktor von mehreren Hundert. Der Flüssiggas-Rechner (LN₂, LO₂, LAr: flüssig ↔ Gas) rechnet für LN₂, LO₂, LAr, LHe und LH₂ zwischen Litern, Kilogramm und Normkubikmetern um.
Die drei Mengenangaben
Verbunden sind sie über zwei Stoffwerte: die Dichte der Flüssigkeit am Siedepunkt (LN₂: 0,808 kg/l bei −195,8 °C) und die Normdichte des Gases (N₂: 1,25 kg/Nm³). Daraus folgt das berühmte Expansionsverhältnis: Ein Liter Flüssigstickstoff wird zu rund 646 Norm-Litern Gas – bei Helium sind es sogar etwa 700, bei Argon 780.
Schritt für Schritt
- Gas wählen: Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Helium oder Wasserstoff
- Menge eingeben: wahlweise in Litern flüssig, Kilogramm oder Nm³ – der Rechner liefert immer alle drei
- Entnahmerate angeben (optional): in Nm³/h für die Reichweitenberechnung
- Ergebnis ablesen: Masse, Gasvolumen, Flaschenäquivalent und Standzeit
Rechenbeispiel
100 l Flüssigstickstoff: 100 × 0,808 = 80,8 kg, das sind 80,8 ÷ 1,25 = 64,6 Nm³ Gas – so viel wie etwa 6,5 klassische 50-l-Flaschen mit 200 bar. Bei einer Entnahme von 2 Nm³/h hält der Vorrat rechnerisch 32 Stunden.
Was die Rechnung nicht abbildet
Kryotanks verlieren ständig Gas durch Wärmeeintrag: typische Abdampfverluste liegen je nach Tankgröße und Zustand bei 0,3–3 % pro Tag – bei längerer Standzeit frisst das die Reichweite spürbar auf. Zudem gilt die Flaschenäquivalenz ideal gerechnet; reale 200-bar-Flaschen enthalten wegen des Realgasverhaltens etwas weniger. Für die Bestellplanung rechnen Sie am besten mit den Werten Ihres Gaselieferanten – die Größenordnungen aus dem Rechner stimmen aber für alle gängigen Abschätzungen.