Rohrleitungsverluste berechnen: Druckverlust in Heizung und Sanitär

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Zu hoher Druckverlust in der Heizungsanlage bedeutet: Die Pumpe arbeitet gegen zu großen Widerstand, die Heizkreise werden ungleichmäßig versorgt und Energie wird verschwendet. Zu niedrig dimensionierte Rohrleitungen sind oft der Grund für Geräusche, Strömungsrauschen und schlechte Wärmeverteilung im Gebäude. Der Rohrleitungsverluste-Rechner berechnet den Druckverlust nach der Darcy-Weisbach-Gleichung und zeigt, ob Ihre Rohrdimension für den geplanten Volumenstrom geeignet ist.

Schritt-für-Schritt: So nutzen Sie den Rohrleitungsverluste-Rechner

  1. Rohrdurchmesser eingeben: Geben Sie den Innendurchmesser des Rohres in mm ein. Für Heizungsrohre: DN 15 (Innen ca. 15,5 mm), DN 20 (ca. 21 mm), DN 25 (ca. 26 mm).
  2. Rohrlänge eingeben: Die Gesamtlänge der zu berechnenden Rohrleitung in Metern – z. B. 25 m für eine Heizkreisschleife.
  3. Volumenstrom eingeben: Der Durchfluss in Liter pro Stunde oder m³/h. Für eine 2-kW-Heizkörper-Schleife bei 10 K Spreizung: Q = P / (c × ρ × ΔT) = 2000 / (4186 × 1 × 10) = 0,0478 l/s = 172 l/h.
  4. Rohrmaterial wählen: Kupfer (Rauigkeit 0,0015 mm), PE-Rohr (0,0015 mm), Stahl (0,046 mm). Die Rauigkeit beeinflusst den Reibungsbeiwert.
  5. Ergebnis prüfen: Empfohlen sind max. 100–150 Pa/m für Heizungsanlagen. Liegt der Wert darüber, verwenden Sie ein Rohr mit größerem Durchmesser.

Praktische Beispiele

Beispiel 1 – Heizkörperanbindung: DN 15 Kupferrohr, 8 m Länge, Volumenstrom 200 l/h. Fließgeschwindigkeit v = Q/A = 0,0556 l/s / (π × 0,00775²) = 0,295 m/s. Das ist gut (empfohlen 0,3–0,5 m/s für Heizung). Druckverlust ca. 50 Pa/m × 8 m = 400 Pa – akzeptabel.

Beispiel 2 – Fußbodenheizungskreis: PE-Rohr 17 × 2 mm (Innen 13 mm), 80 m Länge, 60 l/h. Fließgeschwindigkeit: sehr niedrig ca. 0,13 m/s – im Bereich der Fußbodenheizungs-Empfehlung (0,1–0,3 m/s). Druckverlust überschaubar.

Beispiel 3 – Hauptverteilerleitung: DN 50 Stahlrohr, 30 m, 3.000 l/h. Hoher Volumenstrom: Fließgeschwindigkeit ca. 0,43 m/s – noch im zulässigen Bereich. Druckverlust ca. 80 Pa/m = 2.400 Pa gesamt – für einen Hauptverteiler vertretbar.

Druckverlust in Rohrleitungen berechnen

Formel Darcy-Weisbach: Δp = λ × (L/D) × (ρ × v²/2). Reibungsbeiwert λ: Kupfer 0,02, PE 0,015, Stahl 0,025. Richtwert: max. 100-150 Pa/m bei Heizung.

Häufige Fragen (FAQ)

Was sind lokale Druckverluste und berücksichtigt der Rechner diese?
Lokale Verluste entstehen durch Bögen, T-Stücke, Ventile, Krümmer und Übergangsarmaturen. Sie werden als Äquivalenzlänge (in m Rohr) oder als Widerstandsbeiwert ζ (Zeta) angegeben. Als Faustformel: Lokale Verluste betragen ca. 30–50% der Reibungsverluste des geraden Rohres. Der Rechner berechnet nur Rohrreibungsverluste – addieren Sie pauschal 30–50% für Armaturen.
Was ist die optimale Fließgeschwindigkeit in Heizungsrohren?
Zu langsam (unter 0,1 m/s): Gefahr von Verschlammung und schlechter Wärmeverteilung. Zu schnell (über 0,8 m/s): Strömungsrauschen und erhöhter Druckverlust. Empfehlung: 0,2–0,5 m/s für Hauptleitungen, 0,1–0,3 m/s für Fußbodenheizungskreise.
Wie unterscheiden sich Kupfer- und PE-Rohre im Druckverlust?
Kupfer- und PE-Rohre haben sehr ähnliche Innenrauigkeiten (beide ca. 0,0015 mm hydraulisch glatt). Der praktische Unterschied im Druckverlust ist minimal. Stahl- und Gussrohre haben deutlich höhere Rauigkeit (ab 0,046 mm) und damit 10–20% höhere Reibungsverluste bei gleicher Dimension.