Der Leitungsschutzschalter (LSS) schützt die elektrische Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Doch welchen Nennstrom und welche Auslösecharakteristik brauchen Sie? Unser Rechner nimmt Ihnen die Berechnung ab.
Grundlagen der Leitungsschutzschalter
Ein LSS wird durch zwei Kenngrößen definiert: den Nennstrom (z.B. 16 A) und die Auslösecharakteristik (B, C oder D).
- Typ B: Auslösung bei 3–5× Nennstrom. Standard für Hausinstallationen (Steckdosen, Licht).
- Typ C: Auslösung bei 5–10× Nennstrom. Für Motoren und Geräte mit hohem Einschaltstrom.
- Typ D: Auslösung bei 10–20× Nennstrom. Für Transformatoren und Schweißgeräte.
Schritt für Schritt: So dimensionieren Sie den LSS
- Verbraucherleistung eingeben: Gesamtleistung in Watt
- Netzspannung wählen: 230 V (einphasig) oder 400 V (dreiphasig)
- Kabelquerschnitt angeben: z.B. 1,5 mm² oder 2,5 mm²
- Leitungslänge eingeben: Einfache Entfernung zur Verteilung
- Ergebnis prüfen: Empfohlener LSS, Kabelbelastbarkeit und Spannungsfall
Praxisbeispiel: Küchenstromkreis
Ein Küchenstromkreis mit 3.680 W (Backofen + Kleingeräte) an 230 V: Der Betriebsstrom beträgt 16 A. Empfehlung: B16 LSS mit 2,5 mm² Leitung. Bei 15 m Leitungslänge beträgt der Spannungsfall 1,5% – innerhalb der 3%-Grenze.
- Was bedeutet die Selektivität bei Sicherungen?
- Selektivität bedeutet, dass bei einem Fehler nur die dem Fehlerort nächste Sicherung auslöst, nicht die vorgeschaltete. Dies erfordert eine Abstufung der Nennströme.
- Muss ich den Spannungsfall immer prüfen?
- Nach DIN VDE 0100-520 darf der Spannungsfall vom Zähler bis zur Steckdose maximal 3% betragen. Bei langen Leitungswegen (>20 m) ist die Prüfung besonders wichtig.