Wallbox planen: Ladezeit, Kabelquerschnitt und Anmeldung beim Netzbetreiber

tutorials

Vor der Wallbox-Installation stehen drei Fragen: Wie lange dauert das Laden, welches Kabel wird verlegt und was verlangt der Netzbetreiber? Der Wallbox-Rechner (Ladezeit, Zuleitung, Anmeldung) beantwortet alle drei in einem Durchgang.

Die Grundrechnung

Ladezeit = nachzuladende Energie ÷ Ladeleistung – plus Ladeverluste von typischerweise 10 %, die im Kabel, im Onboard-Charger und in der Batterie entstehen. Die nachzuladende Energie ergibt sich aus Akkukapazität × (Ziel-SoC − Start-SoC).

Schritt für Schritt

  1. Fahrzeugdaten eingeben: Akkukapazität in kWh, Start- und Ziel-Ladestand in Prozent
  2. Wallbox wählen: 3,7 / 11 / 22 kW – beachten Sie auch, was der Onboard-Charger des Autos maximal kann
  3. Leitungslänge angeben: Der Rechner dimensioniert den Querschnitt für maximal 1 % Spannungsfall
  4. Ergebnis ablesen: Ladezeit inkl. Verluste, Ladestrom, empfohlener Querschnitt und Anmeldepflicht

Rechenbeispiel

60-kWh-Akku von 20 auf 80 % an einer 11-kW-Wallbox: netto 36 kWh, mit 10 % Verlusten zieht das Auto rund 39,6 kWh aus dem Netz – Ladezeit etwa 3 Stunden 36 Minuten. Bei 15 m Leitungsweg reicht dafür in der Regel 5×2,5 mm²; ab etwa 25 m wird 5×4 mm² fällig.

Anmeldung nicht vergessen

Nach § 19 NAV gilt: Wallboxen bis 12 kVA müssen dem Netzbetreiber gemeldet werden, ab 12 kVA (also praktisch jede 22-kW-Box) brauchen sie seine Genehmigung vor der Installation. Die Installation selbst gehört in die Hände eines eingetragenen Elektrofachbetriebs – der übernimmt üblicherweise auch die Anmeldung.