Ob Büro, Werkstatt oder Küche: Die Frage ist immer dieselbe – wie viel Licht braucht der Raum, und wie viele Leuchten ergeben es? Der Beleuchtungs-Rechner (Lumen, Lux, Leuchtenanzahl) nutzt dafür das Wirkungsgradverfahren der Lichtplanung.
Die Formel
Φ = E × A ÷ (η × MF) – der benötigte Gesamtlichtstrom Φ (Lumen) ergibt sich aus Beleuchtungsstärke E (Lux), Raumfläche A, Beleuchtungswirkungsgrad η und Wartungsfaktor MF. Der Wirkungsgrad fasst zusammen, wie viel Licht tatsächlich auf der Nutzebene ankommt – helle Räume erreichen 0,5–0,6, dunkle Möbel und hohe Decken drücken ihn auf 0,3–0,4.
Schritt für Schritt
- Soll-Beleuchtungsstärke wählen: nach EN 12464-1 z. B. 500 lx für Büroarbeit, 300 lx für Werkbank-Grobarbeit, 150 lx Verkehrsflächen im Lager
- Raumdaten eingeben: Länge, Breite, Raumhelligkeit (hell/mittel/dunkel)
- Leuchte wählen: Lichtstrom pro Leuchte in Lumen (Datenblatt)
- Ergebnis ablesen: Gesamtlichtstrom, Leuchtenanzahl und Rastervorschlag für gleichmäßige Ausleuchtung
Rechenbeispiel
Büro 5 × 6 m, 500 lx, heller Raum (η = 0,6), Wartungsfaktor 0,9: Φ = 500 × 30 ÷ (0,6 × 0,9) = 27.778 lm. Mit LED-Panels à 3600 lm sind das 8 Leuchten – sinnvoll als 2×4-Raster angeordnet.
Praxistipps
Der Wartungsfaktor (üblich 0,8–0,9) kompensiert Alterung und Verschmutzung – wer ihn weglässt, plant eine Anlage, die nur am ersten Tag hell genug ist. Rechnen Sie mit dem Leuchten-Lichtstrom, nicht mit dem der nackten LED (Optik- und Abdeckungsverluste). Und: Lux-Werte der EN 12464-1 gelten auf der Nutzebene (0,75 m Tischhöhe), nicht am Boden. Für anspruchsvolle Projekte bleibt die Lichtberechnung mit DIALux das Maß der Dinge – als Vorplanung und Plausibilitätscheck ist das Wirkungsgradverfahren aber unschlagbar schnell.