Wie viele Leuchten braucht der Raum? Lichtstrombedarf und Leuchtenanzahl nach dem Wirkungsgradverfahren berechnen - mit Soll-Beleuchtungsstärken nach DIN EN 12464-1.
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Beleuchtung berechnen: Vom Lux-Sollwert zur Leuchtenanzahl
Wie viele LED-Panels braucht das Büro, wie viele Feuchtraumleuchten die Werkstatt? Das Wirkungsgradverfahren beantwortet diese Frage mit einer einzigen Formel: Φ = E × A / (η × MF) – Lichtstrombedarf gleich Soll-Beleuchtungsstärke mal Fläche, geteilt durch Beleuchtungswirkungsgrad und Wartungsfaktor.
Praxisbeispiel: Büro 5 × 4 m
Für Büroarbeit fordert DIN EN 12464-1 500 lx auf der Arbeitsfläche. Bei 20 m², normalem Raum (η = 0,45) und LED-Wartungsfaktor 0,8 ergibt sich: Φ = 500 × 20 / (0,45 × 0,8) = 27.778 lm. Mit LED-Panels à 3600 lm sind das 8 Leuchten – sinnvoll verteilt in einem 4 × 2-Raster.
Warum reicht Lumen ÷ Fläche nicht?
Nur ein Teil des Leuchten-Lichtstroms kommt auf der Nutzebene an: Wände und Decke schlucken Licht (Beleuchtungswirkungsgrad η ≈ 0,35–0,55 je nach Reflexionsgrad), und über die Betriebszeit sinkt der Lichtstrom durch Alterung und Verschmutzung (Wartungsfaktor MF ≈ 0,57–0,8). Wer beides ignoriert, plant seine Beleuchtung um 40–60 % zu knapp.
Beleuchtungsstärken nach DIN EN 12464-1 (Auswahl)
Verkehrsflächen und Flure: 100 lx · Lager: 100–200 lx · Umkleiden, Bäder: 200 lx · Küchen: 300 lx (Arbeitsbereich 500 lx) · Büro/Schreiben/Lesen: 500 lx · Technisches Zeichnen: 750 lx · Prüf- und Präzisionsarbeitsplätze: 1000 lx und mehr.
Häufige Fragen
Wie viel Lumen pro m² brauche ich? Als Faustwert bei normalem Raum: gewünschte Lux-Zahl × 2,8. Für 300 lx also rund 840 lm/m² installierter Lichtstrom.
Ersetzt der Rechner eine Lichtplanung? Für Standardräume liefert das Wirkungsgradverfahren belastbare Ergebnisse. Für Sehaufgaben mit besonderen Anforderungen (Blendung UGR, Vertikalbeleuchtung, Tageslicht) gehört eine DIALux-Planung dazu.