GCF-Tabelle: Gaskorrekturfaktoren für Massendurchflussregler

Allgemein

Thermische Massendurchflussregler messen die Wärmekapazität des strömenden Gases – wird ein anderes Gas eingesetzt als das Kalibriergas, stimmt die Anzeige nicht mehr. Der Gaskorrekturfaktor (GCF, Gas Correction Factor) korrigiert das: Q(real) = Q(Anzeige) × GCF(Betriebsgas) ÷ GCF(Kalibriergas). Hier die Referenztabelle, bezogen auf Stickstoff (GCF = 1,000).

Die GCF-Referenztabelle (bezogen auf N₂)

GasFormelGCF
StickstoffN₂1,000
Luft1,000
SauerstoffO₂0,993
KohlenmonoxidCO1,00
WasserstoffH₂1,01
ArgonAr1,39
HeliumHe1,45
KohlendioxidCO₂0,70
MethanCH₄0,72
LachgasN₂O0,71
AmmoniakNH₃0,73
TetrafluormethanCF₄0,42
PropanC₃H₈0,36
SchwefelhexafluoridSF₆0,26

Richtwerte – zwischen MFC-Herstellern variieren die Faktoren um einige Prozent, verbindlich ist die Tabelle des jeweiligen Herstellers.

Die Physik: Warum einatomig hoch, mehratomig niedrig?

Der GCF spiegelt im Kern die molare Wärmekapazität: Einatomige Gase wie Argon und Helium speichern Wärme nur in Translationsbewegung – sie kühlen den Sensor weniger, der MFC unterschätzt den Fluss, der Faktor liegt über 1. Mehratomige Moleküle wie SF₆ oder Propan nehmen zusätzlich Rotations- und Schwingungsenergie auf, kühlen stärker – der Faktor liegt unter 1, bei SF₆ bei nur noch 0,26.

Rechenbeispiele in beide Richtungen

Anzeige → realer Fluss: N₂-kalibrierter MFC zeigt 100 sccm, es strömt Argon: real fließen 100 × 1,39 = 139 sccm. Sollwert → Einstellung: Es sollen exakt 50 sccm CO₂ fließen: einstellen auf 50 ÷ 0,70 = 71,4 sccm. Bei Kalibriergasen ungleich N₂ beide Faktoren einsetzen – oder direkt den MFC-Konversionsfaktor-Rechner (Gasartkorrektur) nutzen, der alle 14 Gase und beide Rechenrichtungen kennt.

Grenzen der Faktoren

GCF-Werte gelten streng nur im linearen Bereich des Geräts und bei den Referenzbedingungen des Herstellers. Bei Gasgemischen lässt sich der Faktor näherungsweise molanteilig mitteln – für Prozesse mit engen Toleranzen führt aber kein Weg an der Kalibrierung auf das tatsächliche Betriebsgas vorbei. Warum das in der Praxis so oft schiefgeht, zeigt unser Beitrag Die 7 häufigsten Fehler beim Umgang mit Reinstgasen.